Solarverein Alzenau

Seit seiner Gründung gibt der Solarverein immer wieder interessierten Bürgern die Möglichkeit, sich über praktische Anwendungen im Bereich erneuerbarer Energien und andere Themen des Klimaschutzes zu informieren. Hierzu werden für kleinere Gruppen von ca. 20 Personen Informationsfahrten zu interessanten Projekten organisiert. Fachkundige Führungen vermitteln den Teilnehmern neue Einblicke rund um den Klimaschutz.

1999 wurde die Modulfertigung der damals noch in Alzenau ansässigen Firma ASE (später Schott Solar) besichtigt. Im Jahr 2005 dann wurde am selben Standort die neue, automatisierte Produktion von Modulen angeschaut.
2010 konnten wir eine Werksbesichtigung beim seinerzeit größten deutschen Hersteller von Wechselrichtern SMA in Niestetal durchführen.
2012 besichtigten wir ein Heizkraftwerk für Biomasse in Fechenheim, das auf dem Gelände der ehemaligen Firma Cassella seinen Betrieb aufgenommen hatte.
Weitere Ausflüge führten uns 2015 und 2016 nach Fechenheim zu einer Power to Gas Anlage. Hier wird Strom, der über Windkraft und Photovoltaik erzeugt wird und nicht ins Netz eingespeist werden kann, zur Erzeugung von Wasserstoff genutzt, der ins Gasnetz eingespeist wird. Das Gasnetz fungiert dann als großer Energiespeicher. Praktikable derartige Speicher sind eine Herausforderung für die Energiewende, hier muß noch viel passieren.
2018 dann besuchten wir einen großen Hersteller von PV-Modulen hier in der Region, der größere Projekte abwickelt.
2019 konnten wir für Interessierte einen Ausflug zu einer Biogasanlage im Nachbarlandkreis Miltenberg organisieren. Auch hier gäbe es in Alzenau einiges Potential zu heben.

Elektromobilität

2011 besuchten wir ein junges Start-up-Unternehmen der Elektromobilbranche in Aub bei Würzburg. In Kleinserien wurden hier einfache Fahrzeuge gebaut, die im ländlichen Bereich für individuelle Mobilität sorgen sollten. Leider war das Konzept seiner Zeit etwas voraus und die Werbung der deutschen Automobilhersteller, deren Ansatz heute noch auf Komplexität der Technik mit Hunderten von Assistenten und hin zum autonomen Fahren setzt, konnte dieser Denkweise der einfachen Systeme leider nicht überleben lassen. Immerhin beginnt der Elektroantrieb auch bei den etablierten Automobilfirmen mittlerweile aufgrund von politischem Druck Einzug in den Verkehr zu halten, wenn auch Fehlentwicklungen wie der Hybridantrieb die Umstellung weiter verkomplizieren.

Windenergie

Ein Windpark im Vogelsberg war 2013 unser Ziel. Hier wurde die Technik von Windrädern demonstriert, man konnte auch eines besteigen und in luftiger Höhe den Ausblick genießen. Wenn zukünftig diese Kraftwerke mit großen Speichern direkt neben dem Windrad versehen werden, wäre auch das lästige Abschalten aufgrund von Netzschwankungen Geschichte. Die Entwicklungen diesbezüglich laufen leider noch sehr schleppend.
Für Alzenau gibt es seit letztem Jahr die ersten Überlegungen, auch in diesem Bereich aktiv zu werden. Im 2020 gegründeten Umwelt- und Klimabeirat der Stadt werden inzwischen zwei Standorte im Stadtwald an der hessischen Grenze untersucht, was wir sehr begrüßen. Eine Kalkulation aus dem Klimaschutzkonzept der Stadt Alzenau von 2011 hat das Potential auf Basis von 3 Windrädern mit je 3MW errechnet zur Deckung von etwa 15% des Alzenauer Privatverbrauchs.

Pumpspeicherwerk

Im selben Jahr informierten wir uns über das Pumpspeicherwerk, das die Bundesbahn für Spitzenverbräuche in Langenprozelten betreibt. Dieses gewaltige unterirdische Bauwerk wird beim Vorbeifahren kaum wahrgenommen. Diese Art von Kraftwerken war in der Vergangenheit die einzige, die schnell genug reagieren konnte auf unterschiedliche Lastprofile. Kohlekraftwerke waren hier viel zu träge.

Power to Gas

Ende 2015 hatte der Solarverein Alzenau interessierte Bürger eingeladen, in Fechenheim eine Anlage für die Energieumwandlung von Strom in Wasserstoffgas zu besuchen, um sich ein eigenes Bild über die möglichen Technologien für die Energiewende zu machen.
19 Personen lernten zunächst die Theorie zur Elektrolyse und der Umwandlung von 300kW Stromenergie in etwa 60m³ Wasserstoff (das entspricht etwa 75% Wirkungsgrad der Umwandlung) in das Gasnetz der Stadt Frankfurt kennen über den Vortrag eines Mitarbeiters der Mainova AG.
Im danach folgenden Praxisteil erläuterte ein erfahrener Ingenieur des Herstellers der Elektrolyseeinheit die einzelnen Komponenten des Systems und gab einen Ausblick auf weitere Verwertungsmöglichkeiten von Produkten dieses Prozesses.
Leider wurde diese Anlage inzwischen wieder abgeschaltet und demontiert, ohne ein nachhaltiges Konzept mit ihr zu realisieren.