Solarverein Alzenau

Auf dem Dach des Bauhofs der Stadt Alzenau entstand mit Förderung des bayerischen Ministeriums für Umwelt, Verkehr und Technologie im Jahr 1998 eine große Photovoltaikanlage. Diese Anlage war mit 43 000 Watt die größte Einzelanlage aus dem Projekt "Solarstadt Alzenau", das unserer Stadt einen Überblick über sinnvolle Anwendungen der Solartechnik gegeben hat.

Der Solarverein Alzenau e.V. wurde zur Realisierung dieser Gemeinschaftsanlage im Projekt "Solarstadt Alzenau" gegründet. Sein weitergehendes Ziel ist die Förderung der regenerativen Energien in Alzenau und der Region zum Zwecke des Umwelt- und des Klimaschutzes.

Mittlerweile baut und betreibt der Solarverein Alzenau e.V. Photovoltaikanlagen auf und Anzeigetafeln an und in öffentlichen Gebäuden, teils mit Energiespeichern, macht Ausflüge zu interessanten Projekten rund um die Energienutzung der Zukunft und führt im Winter Thermographieaktionen durch, um Hausbesitzern die Schwachstellen ihrer Gebäudehülle zu zeigen.

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Unsere Geschichte

Inzwischen blickt der Solarverein Alzenau auf über 20 Jahre gemeinnütziges Engagement für erneuerbare Energien und Klimaschutz zurück. Mit der Vereinsgründung im April 1997 startete das Projekt Solarstadt Alzenau, mit dem die Photovoltaik als neue Form der Energiegewinnung bekannt gemacht wurde. Dazu hatte man in Alzenau den Solarparcours aufgebaut und als besonderes Highlight eine Gemeinschaftsanlage auf dem Dach des Bauhofs installiert. Diese Anlage war mit 43,2 kWp bei ihrer Inbetriebnahme die größte in Unterfranken. Bürger, Firmen und Vereinigungen finanzierten sie über Spenden. Bis Ende 2020 wurde sie vom Solarverein betreut und hatte in den bisher 21 Jahren über 900 MWh an Strom ins Alzenauer Stromnetz gespeist.

Der Solarparcours sollte die Nutzung erneuerbarer Energien und speziell die der Photovoltaik anschaulich machen. Verschiedenste Anwendungen wurden im gesamten Stadtgebiet realisiert. Dazu ließ man Informationstafeln erstellen und Flyer drucken. In der Zeit von 1998 bis 2010 wurden vom Solarverein 84 Führungen mit insgesamt 1.195 Teilnehmern veranstaltet. Mittlerweile sind diese Informationstafeln nur noch historischer Natur, da die Bürger Alzenaus bereits vielfältig Erneuerbare Energien nutzen und die Energiewende aktuell wesentlich mehr Anschub auf politischer Ebene benötigt.

Von 1999 bis 2019 organisierte der Solarverein am ersten Mittwoch nach den bayerischen Sommerferien den Solarlauf. Jedes Jahr fand in Verbindung mit dem TSV Alzenau jeweils ein Schülerlauf und ein Erwachsenenlauf statt. Bis 2018 führte die Strecke, Start und Ziel waren auf dem Marktplatz, längs der Hanauer Straße durch die Innenstadt und entlang der Kahl. 2019 zum Abschluß waren Start und Ziel im Generationenpark der Landesgartenschau von 2015 und die Strecke des Hauptlaufs führte wiederum beiderseits längs der Kahl. Insgesamt hatten über 7.800 Teilnehmer das Ziel erreicht.

Der beste Klimaschutz ist das Energiesparen. Um Wärmeverluste über Gebäudehüllen zu prüfen, hat der Solarverein seit 2001 jährlich in winterlichen Aktionen kostengünstige Inspektionen mittels Thermographie organisiert. Jedes zweite Jahr können Hausbesitzer sowie Firmen ihre Gebäude untersuchen lassen. Diese Aktion findet in Kooperation mit der Energieversorgung Alzenau statt und wird im Magazin der EVA jeweils ein viertel Jahr vorher angekündigt.

Bauhof Alzenau

Auf dem Gebäude des städtischen Bauhofs können mit 144 Solarmodulen auf einer Flächen von 348,5 m^2 jährlich rund 30 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Die Annahme, Module hätten nur eine Lebensdauer von 20 Jahren kann mit dieser PV-Anlage, die nach wie vor mit über 90% Wirkungsgrad Energie umwandelt, über die Ertragsstatistik widerlegt werden. Durch das Unwetter vom 18. August 2019 wurden allerdings einige Module beschädigt, zwei Module werden daher ausgetauscht. Eine signifikante Ertragsreduzierung aufgrund von Alterung der Module konnte bis dato nicht festgestellt werden.

Die Anlage ist ab 1.1.2021 nicht mehr in der EEG Förderung, somit arbeitet sie, wie einige andere auch, mittlerweile als Eigenverbrauchsanlage mit Überschußeispeisung ins Netz.

Grundschule Michelbach

Seit 2006 wurden auf den Dächern der Grundschule Michelbach Module verschiedener Hersteller montiert, die insgesamt eine Leistung von 28,63 kWp aufweisen. Die Ertragswerte der 6 Wechselrichter lassen sich insgesamt oder auch einzeln interaktiv im unten angehängten Diagramm ermitteln. Es lassen sich Tages- Monats- und Jahreswerte anzeigen.

Grundschule Hörstein

Bereits 2004 wurden auf dem alten Gebäude der Grundschule Hörstein Photovoltaikmodule montiert. Bedingt durch den Neubau mussten diese Module weichen und fanden neue Verwendung in der Anlage der Grundschule in Michelbach. Im Jahr 2015 wurde auf der neuen Grundschule dann eine PV-Anlage mit 54,88 kWp installiert, die zusätzlich einen Pufferspeicher von 20 kWh aufweist. Nach anfänglichen Speicherproblemen läuft dieses System mittlerweile störungsarm, wie man auf der Anzeige im Schulfoyer ablesen kann.

Kindergarten Schlehenweg

Im Jahr 2019 wurde auf dem Dach des integrativen Kindergartens im Schlehenweg eine von der Stadt seinerzeit installierte PV-Anlage ersetzt durch eine neue mit Speicher. Des weiteren wurde für die Kinder im Foyer des Gebäudes eine Anzeigetafel aufgehängt, die mittels Wechselbildern die aktuellen Daten im Betrieb vermittelt.

Kindergarten Albstadt

Auch 2020 konnte trotz Pandemie eine weitere PV-Anlage auf der Erweiterung des Kindergartens in Albstadt in Betrieb genommen werden. Auch hier ist ein Speicher verbaut, um den Eigenverbrauch zu optimieren. Eine Anzeigetafel für die Darstellung der aktuellen Betriebsdaten für die Kinder ist geplant.

Lampen Kumpfgärten

Im Jahr 2008 wurden auf einer Wegstrecke von 200 Metern von der Feuerwehr zu den Kumpfgärten in Alzenau sieben Straßenlampen aufgestellt, die tagsüber mit Solarzellen Batterien aufladen, deren Energie nachts zur Beleuchtung genutzt wird.